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Ergebnis 401 bis 413 von 413

Thema: Just my 2 cents - (nicht ganz so kurze) Reviews von God_W.

  1. #401
    Mitglied Avatar von JRN
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    Zur Übersetzung von "Spice":
    Bitte dran denken, dass die Kolleginnen und Kollegen, die Filmdialoge übersetzen, vor anderen Herausforderungen stehen als unsereins.
    "Spice" ist ein einsilbiges Wort [und wird mit einem deutlichen "ei"-Mund artikuliert], "Gewürz" ist zweisilbig mit Rattenschwanz [also länger als z.B. "Gewü"].
    Kein Wunder, dass "Gewürz" als Kandidat sicher eher schnell ausgeschieden ist.
    "Salz" oder "Wein" oder etwas Ähnliches wäre gegangen ... hätte aber wahrscheinlich auch mehr Stirnrunzeln als Zufriedenheit erzeugt.

    Mit 1000 Grüßen,
    JRN

  2. #402
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Das stimmt, das ist von der Phonetik natürlich sehr unterschiedlich, hatte ich in dem Moment jetzt gar nicht dran gedacht. Wir wollen ja nicht, dass die Schauspieler im Film aussehen wie die Mädels aus der L'Oréal Werbung.
    Über Besuch, Meinungen, Diskussionen etc... freue ich mich immer sehr!

  3. #403
    Mitglied Avatar von Hahlebopp
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    Ach, darauf hatte ich ja ganz vergessen zu antworten.
    Die Erklärung von God_W., dass es da im Buch auch erst mal eine grundlegende Hinführung zum "Gewürz" gibt, hat mich ja bereits vollkommen beruhigt. Ich kannte ja bisher nur die alte Lynch-Verfilmung, wo das "Spice" und seine Wirkung bereits direkt in der Einleitung vorangestellt wird. Und ich hatte es mir wohl auch einfach ähnlich unpassend vorgestellt, wie die Übersetzung der Eigennamen bei den Game of Thrones Büchern ins Deutsche.
    Aber ja, "Spice" lässt sich auch weitaus fließender und leichter verständlich artikulieren. Das macht natürlich Sinn.
    Für mich hat der Begriff "Spice" wohl auch generell irgendwie eine gewisse zusätzliche Bedeutung, welche über "Gewürz" hinausgeht. Und deshalb tue ich mich damit ein wenig schwer. Aber genau das liegt wohl wiederum auch am großen pop-kulturellen Einfluss des Buches selbst.
    Geändert von Hahlebopp (24.11.2021 um 20:03 Uhr)

  4. #404
    Mitglied Avatar von berlepsch
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    Ich habe hier noch etwas ältere Hardcoverbände von Dune stehen - Übersetzer ist hier Hahn.

    Wenn ich mich recht erinnere, wird hier das Spice häufiger auch als Melange bezeichnet...



    Irgendwie schade, dass es keine schöne neue Hardcoverausgabe gibt...

  5. #405
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Zitat Zitat von berlepsch Beitrag anzeigen
    ...

    Irgendwie schade, dass es keine schöne neue Hardcoverausgabe gibt...
    Ja, das käst mich auch total an. Will mal an Heyne schreiben was sie sich denken. Riesen-Kinoauswertung, neue Übersetzung parat und dann sowas. Hatte schon bei Weltbild nach einer Sonderausgabe gefragt, aber die haben gemeint da kann nur Heyne was machen.
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  6. #406
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Noch immer ein kleines Zeitproblem was Rezis angeht, aber zumindest kurz mal anreißen, was es zuletzt so gab. Es ging endlich los mit meinem kleinen Nordic-/Wikinger- & Grusel-/Horror-Run, mal schauen, was ich da dieses Jahr noch alles schaffe (neben den Fables und ein paar anderen Sachen). Los gings mit dem ersten von vier Bänden, auf die ich mich schon lange freue…


    Northlanders 1 – Tod und Treue (Deluxe Edition)



    Die Wikinger Schlachtplatte von Brian Wood, den ich kürzlich an einem jungen Conan kennenlernen durfte, weiß insgesamt gesehen auf ganzer Linie zu überzeugen. Panini bringt die ehemalige Vertigo-Reihe in vier Deluxe-Bänden und hat die Inhalte leserfreundlich zusammengestellt. Will heißen, wenn eine Geschichte um eine zentrale Figur beginnt, dann wird die auch komplett durchgezogen, auch wenn die letzten Hefte damals erst nach einer Pause erschienen sind. So versammelt dieser erste Band z.B. die Hefte #1-8, 20, 29, 35-36 und 40, und beinhaltet drei in sich abgeschlossene Geschichten, wovon die Erste ganz klar das Herzstück darstellt.


    Der Zyklus um Sven, den Verräter breitet sich als wahres Epos vor uns aus. Sven von den Orkaden ist ein untypischer Wikinger, hat er doch für die Ländereien und den Ehrenkodex seiner Landsleute nicht allzu viel übrig. So hat er sich bereits in jungen Jahren aufgemacht und die Welt bereist, sich als Pirat und Söldner verdingt, im sonnigen Konstantinopel gelebt und Weib und Wein genossen. Doch eines Tages, als er mal wieder mit seinen Kumpanen ein Schiff gekapert hat, bringt ihm einer der überlebenden Feinde die Nachricht, dass sein Vater getötet wurde und sein finsterer Onkel Gorm ihm sein Erbe abspenstig machen will. Grund genug für Sven in die Heimat zurückzukehren.

    Die Story um den unerwünschten Heimkehrer mit ihrem Clash der Kulturen hat wahrlich viel zu bieten und unterhält grandios. Die darauffolgende, bittere Geschichte um Dag, den ersten Nordmann, der gen Westen segelte ist zumindest optisch weit weniger roh und wild, detaillierter und feiner sind die Zeichnungen von Fiona Staples gegenüber dem Auftakt von Davide Gianfelice, die jedoch beide wie die Faust aufs Auge passen. Aber auch Becky Cloonan macht an der in Island angesiedelten Story um den alten Jon, der beim Eisangeln einen traurigen Fund macht, einen hervorragenden Job. Die Geschichte ist allgemein ein wundervoll erzähltes Kleinod. Zum Abschluss gehen wir noch mit einem Jäger auf Hirschjagd. Die Bilder von Matt Woodson bieten sicherlich das filigranste Artwork des Bandes und sind schön anzuschauen. Der Detaillierte Hirsch in der verschneiten Landschaft usw., allerdings empfand ich das für die Zwecke hier im Grunde als „zu schön“ und hat für mich eher wie ein Störfaktor gewirkt. Aber hey, das war ja nur ein Heft.


    Insgesamt ein starker Start mit zwei grandiosen und zwei guten Geschichten, wobei die „nur“ guten lediglich einen kleinen Teil des Bandes ausmachen. Ich bin froher Erwartung auf Band 2, auch wenn ich sagen muss, dass es mich minimal stört, dass die Sprache relativ modern wirkt. Bei historischen Stoffen erwarte ich irgendwie eine „ältlichere“ Sprache. Gerade bei modernen Schimpfworten bringt mich das immer etwas raus.

    8,5/10




    Nur wieder das Ende der Welt



    Für den ersten Gruselbeitrag des Runs habe ich mich mal wieder an den freundlichen Dantes-Verlag gehalten. Dort erscheint ja seit einiger Zeit, genauer seit der Studie in Smaragdgrün eine wunderbare Gaiman-Bibliothek. Neil Gaiman ist für mich erzählerisch zumeist eine sichere Bank und wenn dann noch ein Werwolf auf dem Cover prangt bin ich gehooked. Ich liebe Werwölfe in filmischer Form schon seit (zu) früher Jugend, sie sind faszinierende Wesen, bieten tollen Filmstoff und natürlich will immer jeder die beste Verwandlungsszene zu Gesicht bekommen. Kleiner interessanter Fakt: Von den klassischen Universal-Monstern ist der Werwolf das Einzige, zu dem es keine direkte literarische Vorlage gab, sondern tatsächlich abergläubische Volksmythen und Sagen die Blaupause lieferten.

    Exakt an diesen ersten Schwarz-Weiss-Klassiker stellt der Band eine schöne Hommage da, auch wenn ich das zuvor nicht wusste, denn ich habe nicht mal den Klappentext gelesen, bin also komplett spoilerfrei rangegangen. Gaiman in Dantes-Qualität, da greife ich blind zu. Larry Talbot, einer der Dinge reguliert, geraderückt und seltsame Fälle klärt versucht in einer abgelegenen Kleinstadt Fuß zu fassen und gleichzeitig mit seinem Dasein als Werwolf klarzukommen.


    Viel mehr will ich gar nicht spoilern, aber als nach dem bitterbösen Einstieg mit Vorstellung unseres Hauptcharakters ganz schnell klar wurde, dass diese Werwolf-Story zu 50% eine Lovecraft-Story ist hat mein Herz einen Sprung gemacht! Was für eine grandiose Mischung! Die Atmosphäre passt, das Artwork ist größtenteils gelungen, auch wenn mir die Gesichter insgesamt zu teigig wirken, auch bei den Personen, bei denen das eigentlich nicht unbedingt der Fall sein sollte. Dazu all die wundervollen Anspielungen, bei denen man sich immer freut, wenn man sie während des Lesens entdeckt, beginnend schon beim Namen des Protagonisten, all den Lovecraft-Reminiszenzen und selbst, dass man Peter Lorre kennt bringt einem ein kleines Lächeln aufs Gesicht.

    Sollten dem Leser diese, oder einige der vielen weiteren Anspielungen beim Lesen durchrutschen, so leistet das Glossar von Übersetzer @JRN am Ende des Bandes wieder umfassende Abhilfe, auch über Talbots etwas seltsam anmutende Berufsbezeichnung gibt es da ein paar Zeilen zu finden. Dantes Qualität halt, da wird der Weg einfach immer bis zu Ende gegangen und ein bisschen mehr geboten als sonst wo.

    8/10



    Wo wir gerade bei Werwölfen sind…

    Fables 18 – Stadt der Werwölfe



    Der Schwarze Mann hat mittlerweile nicht nur Fabletown in ein Schattenreich verwandelt, sondern auch die Farm dem Erdboden gleich gemacht. Die Fables verstecken sich, wissen aber nicht wohin. Bigby Wolf bekommt den Auftrag eine neue Bleibe für die Überlebenden zu finden, und macht er sich auf und zieht weiter nach Westen. Als er nach einigen Wochen auf einen Wegweiser für das wohlklingende Städtchen „Story City“ stößt ist klar, dass er hier mal durch den Wald abbiegen muss, um sich die Sache genauer anzusehen. Das führt den Sheriff nicht nur in eine Stadt voller Werwölfe, sondern vor allem auch in seine Vergangenheit…


    Grundsätzlich bin ich ja ein großer Fan von solchen Horror-Szenarien. Trashiger Nazi-Experiment-Weltkriegs-Flick auf der einen Seite, eine abgelegene, in sich abgeschlossene Gesellschaft, in der jeder anders Denkende gefährlich lebt auf der Anderen. Zwei viel verwendete Themen, die mich zumeist prächtig unterhalten. Auch hier sind viele gute Ansätze vorhanden, der hohe Gore-Faktor passt zum Setting und die Erhebung von Bigby zur Gottheit bringt einen weiteren Spaßfaktor rein.


    Dennoch wirkt die Erzählung an sich etwas unausgegoren und ich werde das Gefühl nicht los, dass da deutlich mehr drin gewesen wäre. Irgendwie zu schleppend und über weite Strecken wenig fesselnd erzählt, dazu das Artwork von Jim Fern, welches mir bis auf ganz wenige Passagen leider gar nicht gefällt. Das geht stellenweise schon Richtung Augenkrebs, sorry. Insgesamt kein Totalausfall aber viel verschenktes Potential und für mich unschöne Optik.

    6,5-7/10

    VG, God_W.
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  7. #407
    Mitglied Avatar von JRN
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    @God_W. :

    Ich vermute, dafür muss ich jetzt gleich mehrere Schilder hier im Forum verteilen, oder? Hier das erste:



    Mit 1000 Grüßen,
    JRN

  8. #408
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Die Möglichkeit besteht.

    Soll ja kein Spam sein, aber ich möchte halt, dass das Geschreibsel auch in ein paar Jahren noch jemand findet, der danach sucht. Da ist der Thread in Eurem Forum vermutlich am besten geeignet. Der "heute Gelesen" Thread ist dagegen am nützlichsten um Leute aufmerksam zu machen, die aktuell unverständlicherweise noch keine Dantes-Fanboys (und -mädels) sind.
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  9. #409
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    Zitat Zitat von God_W. Beitrag anzeigen



    Der Schwarze Mann hat mittlerweile nicht nur Fabletown in ein Schattenreich verwandelt, sondern auch die Farm dem Erdboden gleich gemacht. Die Fables verstecken sich, wissen aber nicht wohin. Bigby Wolf bekommt den Auftrag eine neue Bleibe für die Überlebenden zu finden, und macht er sich auf und zieht weiter nach Westen. Als er nach einigen Wochen auf einen Wegweiser für das wohlklingende Städtchen „Story City“ stößt ist klar, dass er hier mal durch den Wald abbiegen muss, um sich die Sache genauer anzusehen. Das führt den Sheriff nicht nur in eine Stadt voller Werwölfe, sondern vor allem auch in seine Vergangenheit…


    Grundsätzlich bin ich ja ein großer Fan von solchen Horror-Szenarien. Trashiger Nazi-Experiment-Weltkriegs-Flick auf der einen Seite, eine abgelegene, in sich abgeschlossene Gesellschaft, in der jeder anders Denkende gefährlich lebt auf der Anderen. Zwei viel verwendete Themen, die mich zumeist prächtig unterhalten. Auch hier sind viele gute Ansätze vorhanden, der hohe Gore-Faktor passt zum Setting und die Erhebung von Bigby zur Gottheit bringt einen weiteren Spaßfaktor rein.


    Dennoch wirkt die Erzählung an sich etwas unausgegoren und ich werde das Gefühl nicht los, dass da deutlich mehr drin gewesen wäre. Irgendwie zu schleppend und über weite Strecken wenig fesselnd erzählt, dazu das Artwork von Jim Fern, welches mir bis auf ganz wenige Passagen leider gar nicht gefällt. Das geht stellenweise schon Richtung Augenkrebs, sorry. Insgesamt kein Totalausfall aber viel verschenktes Potential und für mich unschöne Optik.

    6,5-7/10

    VG, God_W.
    Das Artwork, das du hier abgebildet hast, sieht aber nun wirklich nicht nach Augenkrebs aus! Mir gefällt das jedenfalls sehr gut.
    Oder sind in diesem Band wieder einmal viele Köche am Zeichnen, und die abgebildeten Seiten sind von anderen Künstlern?

    LG
    Mollari

  10. #410
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    Stimmt, das wirkt da jetzt nicht so übel, sind aber auch zwei der besseren Seiten. Ja, da waren zwei Zeichner am Werk, aber insgesamt stört es mich auch, dass Bigby so extrem anders aussieht als in den anderen Bänden UND auch von Panel zu Panel teils komplett andere Gesichtszüge hat. Davon abgesehen wirkt das Artwork an vielen Stellen auch so, als wäre der Zeichner sehr faul gewesen:


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  11. #411
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    Sieht allerdings auch dort immer noch besser aus, als 70% des Artworks in den Sandman-Bänden!

    Der Preis wird wohl entscheiden, ob ich mit der Fables Gesamtausgabe einsteigen werde. Eine Hellblazer oder Punisher-Gesamtausgabe wäre mir allerdings lieber gewesen.

  12. #412
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Das sehe ich jetzt ein bisschen anders. Klar gab es beim Sandman üble Passagen, aber ich bin da eher bei 70% hübsch, 30% schwach. Vor allem hat das beim Sandman meiner Meinung nach zumeist super zur Story gepasst. Hier ist es halt ein Extremer Bruch mitten in einer Reihe, die bislang ein größtenteils einheitliches Artwork hatte. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden...

    Aber da gebe ich Dir recht, ein Hellblazer (komplett) oder Punisher (Ennis Run) wäre mir auch lieber gewesen. Den Hellblazer haben sie ja leider erst kürzlich vorerst erneut verbrannt, als MAL WIEDER nur der Ennis-Run kam, aber der Ennis-Punisher kommt sicher irgendwann wieder, ich schätze spätestens 2023, falls es nicht Ende 22 schon los geht.
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  13. #413
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Die nächste Runde Nordic- und Horror-Stuff beginnt direkt mit einem absoluten, persönlichen Highlight von mir.



    Walhalla – Die gesammelte Saga 2



    Ja, hab mir lange Zeit gelassen nach Band eins, aber ich wollte in der richtigen Stimmung sein und der Herbst/Winter passt da für mich persönlich irgendwie ein wenig besser. Dafür liegt auch Band drei schon bereit und der vierte soll sich unterm Weihnachtsbaum einfinden, da wartet also noch ein ganzer Schwung spaßiger Abenteuer in der nordischen Mythologie auf mich.


    Zum Start bietet der Band mit „Quark trumpft auf“ und „Im Reich der Riesen“ einen Zweiteiler, der wohl die beiden bekanntesten Alben der gesamten Reihe bietet, handelt es sich hierbei doch im Kern um die Story aus dem wundervollen Zeichentrickfilm, den ich in meiner Kindheit so geliebt habe und noch heute gerne mit unserem Krümelchen zusammen schaue. Dennoch waren die Macher hier nicht faul, sondern haben sich ganz besonders Mühe gegeben und die Grundstory nicht einfach eins zu eins mit einigen Bildern aus dem Film übernommen, sondern die Story sowohl an die vorangegangenen Bände, als auch an das Medium Comic allgemein angepasst und fleißig neue Bilder erschaffen. Mit dem kleinen Rabauken Quark betritt ein neuer Fan-Liebling die Bühne und der durch den schelmenhaften Loki verursachte Wettstreit zwischen Riesen und Asen ist einfach unglaublich unterhaltsam.

    Das Abschlussalbum des Bandes, „Die Goldenen Äpfel“, in welchem erneut Loki alle in die Bredouille bringt, indem er eben diese besonderen Jungbrunnenfrüchte auf besonders niederträchtige und selbstsüchtige Weise verhökert, war komplett neu für mich und bot prachtvolle Unterhaltung.


    Insgesamt wieder ein perfektes Gesamtpaket, gibt es doch massig Bonusmaterial zur Entstehung des Films und der Alben und auch zu den Geschichten selbst wurden die Passagen aus der nordischen Mythologie (in der Regel aus der Prosa-Edda von Snorri Sturluson), die im jeweiligen Album verarbeitet wurden mit abgedruckt. Klar kann man sich dazu noch ergänzende Literatur zu Gemüte führen, aber im Grunde ist man mit dieser wunderschön gestalteten Gesamtausgabe schon weit umfassender informiert, als der Durchschnitts-Comicleser.
    Apropos wunderschön, ganz so weit würde ich vielleicht nicht gehen, aber insgesamt ist das Artwork der Alben mittlerweile auf einem sehr hohen, charakterstarken, lustigen und wunderbar anzuschauenden Niveau. Kein Vergleich zu den etwas ungelenk wirkenden Anfängen. Ich frage mich echt, wie das noch getoppt werden soll.

    9,5/10




    Nach den Werwölfen im letzten Set geht es diesmal an das vermeintlich tragischste der klassischen Monster:

    Frankenstein (Mary Shelley / Ralf König)



    Okay, als Horror, oder auch nur als Grusel, geht das kleine aber feine Hardcover von Carlsen nicht so wirklich durch. Aber dennoch hat mich die schwarzhumorig/makabre Anklage des Bestatters Dr. XXX an die berühmte Romanautorin und ihre Vernachlässigung ganz praktischer Probleme beim Handling mit bereits vor einigen Tagen bestatteten Leichen(-Teilen) bestens unterhalten und köstlich amüsiert.



    Trotz des typischen König-Stils sehr Stimmungsvoll bebildert und einfach unheimlich lustig, zumindest wenn man mit der Art von Humor etwas anfangen kann. Eine wunderbare Hommage an einen meiner liebsten Schauer-Romane, denn „Der moderne Prometheus“ steht in meiner persönlichen Gunst deutlich über Stokers Blutsauger.

    7,5/10




    Mal nicht schaurig oder nordisch, aber natürlich lesen auch Krümelchen und ich gemeinsam weiter Abenteuer aus Entenhausen:

    Lustiges Taschenbuch Classic Edition – Die Comics von Carl Barks 7



    Im direkten Vergleich zu Band sechs gibt es dieses mal wieder deutlich weniger „große“ Abenteuer, die 30 oder mehr Seiten in Anspruch nehmen, bedeutet im Umkehrschluss natürlich mehr Zehnseiter und Short-Stories. Wenn ich jetzt sage, dass unter den 10-Seitern und Einseitern auch wieder einige „Durchschnitts-Barks“ mit dabei sind, mache ich mich vermutlich wieder unbeliebt, aber so war halt unser Empfinden. Krümelchen hat da immer ganz viel Mitbestimmungsrecht.

    Hier der Inhalt des Bandes:


    Der große Opener „Im alten Kalifornien“ mit seinen historischen Bezügen ist allerdings gleich ganz großes Kino und mit „Weihnachten in Kummersdorf“ wird DIE Barks Weihnachtsrakete schlechthin abgefeuert. Davon abgesehen ist ein durchschnittlicher Barks noch immer ein guter Entencomic und Stories wie „Seltene Münzen“, die das Sammlertum (also uns) ein wenig auf die Schippe nimmt, „Der Schnee-Einsiedel“ oder „Der reichste Mann der Welt“ sind schon weitere Highlights.


    Mit „Der goldene Helm“ schließt sich dann zufälligerweise auch der Kreis zu meinem Wikinger-Run, und davon abgesehen macht die Story auch noch richtig Laune und verbreitet wunderbares Expeditions- und Abenteuerfeeling. Insgesamt doch wieder ein sehr guter Band, aber ohne Kummersdorf hätte der ein Pünktchen weniger bekommen.

    8,5/10

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (28.11.2021 um 21:44 Uhr)
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